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Autopfarrer Fritsch:
 


Sozial engagiert, politisch verblendet

Pfarrer Karl-August Fritsch (1889-1961), Gründer der "Pfarrer-Kraftfahrer-Vereinigung", aus der auch die BRUDERHILFE hervorgegangen ist, war dem NS-Regime, mehr als bisher bekannt, verbunden.

Pfarrer Karl-August Fritsch, neben dem Berufsschullehrer Wilhelm Ruß einer der beiden Gründerväter von BRUDERHILFE und HUK-COBURG, war dem NS-Regime näher verbunden als bisher bekannt. Das ergaben die Recherchen für die Festschrift zum 75-jährigen Firmenjubiläum der HUK-COBURG. Erstmals wurde aus diesem Anlass das Leben von Karl-August Fritsch und von Wilhelm Ruß erforscht. Das Ergebnis: Soziales Engagement schützt nicht vor politischer Verblendung. Der "Autopfarrer" Fritsch war einerseits Gründer eines berufsständischen Automobilclubs für Pfarrer und gründete gemeinsam mit Wilhelm Ruß und dem Versicherungskaufmann Paul Brendel die HUK, um Berufskollegen günstigen Kfz-Versicherungsschutz bieten zu können. Andererseits war Fritsch schon in den zwanziger Jahren Mitglied der "Deutschnationalen Volkspartei" (DNVP), die am äußersten rechten Rand innerhalb der Parteienlandschaft der Weimarer Republik angesiedelt war, und trat schon im Januar 1933 der NSDAP bei. Während der Nazizeit engagierte er sich in verschiedenen Organisationen, unter anderem war er Oberscharführer im Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps. Zwar geriet er als streitbarer Protestant später auch in Konflikt mit dem Regime, doch machte dies ihn nicht zum Gegner des Nationalsozialismus.

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